Ein Jahr kostenloser Wireless-Internet-Zugang in der Stadt St. Gallen. Seit einem Jahr ist das Open-Wireless-Netz in St. Gallen in Betrieb. Die Zahl der Nutzer nimmt laufend zu. Doch noch immer hat das Netz viele Lücken. Neue Zugangsantennen würden helfen. Roger Berhalter
Ende 2006 sorgte die Stadt St. Gallen mit einem Internet-Projekt für Aufsehen. Sie lancierte zusammen mit technisch versierten Studenten und idealistischen Internetnutzern das Projekt Open Wireless St. Gallen. Die Idee: Kostenloser, drahtloser Internet-Zugang für alle Stadtbewohner. Alles, was es dazu braucht: ein knapp 100fränkiges Zugangsgerät, ein sogenannter Router.

Mitte April 2007 war die Pilotphase abgeschlossen, und das drahtlose Netz wurde offiziell in Betrieb genommen. Seither ist der Verein Wireless St. Gallen in ehrenamtlicher Tätigkeit dafür zuständig. Die Stadtverwaltung ist aus dem Projekt ausgestiegen, nach wie vor aber mit mehreren Personen im Verein vertreten.
Die Zahl der Nutzer ist im vergangenen Jahr laufend gestiegen. Zählte man zu Beginn des Projekts noch 9000 Zugriffe auf das Drahtlosnetz, waren es im Juli 2007 schon 40 000, und im vergangenen Januar verzeichnete der Verein 76 000 Zugriffe.
Ein aktueller Blick auf die Online-Karte, die alle Router in der Stadt aufführt, zeigt: Knapp 300 Router sind derzeit online. Nicht immer ist aber der Empfang gewährleistet. Probleme bereiten vor allem noch enge Gassen und verwinkelte Strassen. Je mehr Nutzer sich am Drahtlosnetz beteiligen, desto besser funktioniert es.
Fahrplan am BahnhofUm noch mehr Nutzer zu gewinnen, hilft seit Anfang Jahr das St. Galler Unternehmen GFS Communications mit und spendiert dem Verein Dienstleistungen für 20 000 Franken. Derzeit entwickelt man laut Geschäftsführer Bruno Giordano ein neues Zugangsportal für die Nutzer. Wer sich ins Internet einklinkt, soll auf der Startseite Informationen über seine Umgebung erhalten: Am Bahnhof etwa steht der SBB-Fahrplan zur Verfügung, in St. Gallen West gibt's Infos zum neuen Fussballstadion. Im Herbst soll das neue Portal aufgeschaltet werden.
Damit das Netz aber weiter wachsen kann, sind zusätzliche Grossantennen nötig. Bisher gibt es auf Stadtgebiet nur drei Hauptzugangspunkte: auf dem Rathaus, auf dem Dach des Kantonsspitals und auf dem Dach der Tagblatt-Zentralredaktion. Ein Antrag zur Finanzierung weiterer Antennen liegt derzeit beim Stadtrat.
St. Galler Tagblatt vom 23. Mai 2008





